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DIN 10524

DIN 10524: Arbeitskleidung für Lebensmittelbetriebe richtig auswählen

Aktualisiert im Oktober 2026

DIN 10524 auf einen Blick

Die DIN 10524 definiert Anforderungen an Arbeitskleidung in Lebensmittelbetrieben, um Kontaminationsrisiken zu minimieren. Die Auswahl der Kleidung richtet sich nach hygienischem Risiko, Konstruktion, Funktion, Gewebe und professioneller Wiederaufbereitung.

Angesichts wachsender Verbraucheransprüche und globaler Handelsvernetzungen entstand der Bedarf an einem einheitlichen Standard, der das Risiko von Kontaminationen durch unzureichende Arbeitskleidung minimiert. Vor diesem Hintergrund entstand die DIN 10524, welche essentiell für Lebensmittelhygiene und Arbeitsbekleidung in Lebensmittelbetrieben ist.  Denn sie legt die Anforderungen an geeignete und saubere Arbeitskleidung fest. 

Die DIN-Norm 10524 enthält nicht nur hygienische Vorgaben, sondern gibt auch Empfehlungen zur Auswahl, Nutzung und Reinigung der Bekleidung. Die normkonforme Arbeitskleidung richtet sich dabei maßgeblich nach dem hygienischen Risiko in der jeweiligen Lebensmittelproduktion.

Eine Frau und ein Mann die nebeneinander stehen tragen HACCP Arbeitskleidung in hellblau und lächeln.

Fragen und Antworten zur DIN 10524*

Was ist die DIN 10524?

Die DIN 10524:2020-06 trägt den Titel „Lebensmittelhygiene – Arbeitsbekleidung in Lebensmittelbetrieben“. Sie gibt Hinweise zur Herstellung, Auswahl, Nutzung und Wiederaufbereitung von Arbeitsbekleidung und berücksichtigt dabei die Anforderungen des jeweiligen Arbeitsplatzes.

Ziel ist es, eine nachteilige Beeinflussung von Lebensmitteln durch ungeeignete Arbeitsbekleidung zu vermeiden. Die DIN 10524 ist kein Gesetz, sondern konkretisiert Anforderungen an geeignete Arbeitsbekleidung und unterstützt Lebensmittelbetriebe dabei, gesetzliche Hygienevorgaben praktisch umzusetzen.


Welche Anforderungen stellt DIN 10524 an Arbeitskleidung?

Die konkreten Anforderungen richten sich nach dem Hygienerisiko des jeweiligen Arbeitsbereichs. Bei der Auswahl geeigneter Arbeitskleidung spielen unter anderem folgende Punkte eine Rolle:

  • Konstruktion der Kleidung: Sie sollte so gestaltet sein, dass das Risiko einer Kontamination von Lebensmitteln reduziert wird.
  • Material und Gewebe: Die eingesetzten Materialien müssen für den jeweiligen Hygienebereich geeignet sein.
  • Passende Ausführung: Schnitt, Verschlüsse, Taschen und weitere Details müssen zum Einsatzbereich passen.
  • Sauberkeit und Wechsel: Arbeitskleidung muss hygienisch einwandfrei eingesetzt und bei Bedarf gewechselt werden.
  • Wiederaufbereitung: Reinigung und Aufbereitung müssen so erfolgen, dass der erforderliche Hygienestandard zuverlässig erreicht wird.

Je höher das Hygienerisiko, desto höher sind in der Regel auch die Anforderungen an Konstruktion, Nutzung und Aufbereitung der Bekleidung.

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Ein Mann trägt Haccp Kleidung in grau und schaut mit den Händen an seinem Becken in die Kamera.

Welche Risikoklassen gibt es in der DIN 10524?

Wie die Arbeitskleidung konkret ausgestattet sein muss, hängt in erster Linie vom hygienischen Risiko bei der Herstellung von Lebensmitteln ab. Dabei werden die folgenden drei Risikoklassen unterschieden:

DIN 10524 - Risikoklasse 1:  

  • Geringe Anforderung an die Schutzfunktion der Arbeitskleidung (geringes Hygienerisiko): Umgang mit nicht leicht verderblichen Lebensmitteln oder Zutaten. Das Produkt wird vom Hersteller oder Verbraucher weiterverarbeitet oder gewaschen. Wechsel der Arbeitskleidung in der Lebensmittelproduktion in Klasse 1 ist in der Regel wöchentlich, bei Verschmutzung kann ein früherer Wechsel notwendig sein. 
  • Anwendungsbereiche Risikoklasse 1: Einsatz in der Pharma-, Kosmetik- oder Lebensmittelindustrie, z.B. Obst, Gemüse, Frischfisch, Mehl (Mahlen) Kräuter, Gewürze, verpackte Tiefkühlkost, Nudeln, Gläser, Dosen.

DIN 10524 - Risikoklasse 2:  

  • Hohe Schutzfunktion der Arbeitskleidung erforderlich (hohes Hygienerisiko): Umgang mit unverpackten, leicht verderblichen Lebensmitteln oder Zutaten. Besonders, wenn Lebensmittel nicht weiterverarbeitet werden und Mikroorganismen sich darin oder daran weitervermehren können. Wechsel der Arbeitskleidung ist in der Regel täglich, bei Verschmutzungen kann ein früherer Wechsel notwendig sein. 
  • Anwendungsbereiche Risikoklasse 2: Einsatz in der Pharma-, Kosmetik- oder Lebensmittelindustrie, z.B. unverpackte Lebensmittel, Wurst, Käse, Salate, Torten, Erfrischungsgetränke, alkoholische Getränke, Süßwaren, Einsalzen/Räuchern, Fermentieren, Konservieren. 

DIN 10524 - Risikoklasse 3: 

  • Sehr hohe Schutzfunktion der Arbeitskleidung muss sichergestellt sein (höchstes Hygienerisiko): Umgang mit unverpackten, verzehrfähigen, leicht verderblichen Lebensmitteln (die nicht mehr erhitzt werden). Wechsel der Arbeitskleidung in der Lebensmittelproduktion in Klasse 3 täglich, bei Verschmutzung muss auch zwischendurch gewechselt werden. 
  • Anwendungsbereiche Risikoklasse 3: Einsatz in der Pharma-, Kosmetik- oder Lebensmittelindustrie, z.B. Fisch, Tatar, Fertigsalate, gekühlte Fertiggerichte, Eis, Molkereiprodukte.

Welche Risikoklasse gilt, muss anhand des konkreten Lebensmittels, Prozesses und betrieblichen Hygienerisikos beurteilt werden.

Übersicht der Risikoklassen nach DIN 10524

Die Auswahl der Arbeitskleidung sollte sich immer am jeweiligen Hygienerisiko und an den betrieblichen Anforderungen orientieren.

Risikoklassen, Anforderungen und Wechselhäufigkeit im Überblick
Risikoklasse Hygienerisiko Typische Tätigkeiten / Produkte Bekleidungsanforderung Wechselhäufigkeit
Risikoklasse 1 Niedrig Umgang mit verpackten Lebensmitteln oder Tätigkeiten in Randbereichen der Produktion Hygienische Arbeitskleidung mit grundlegenden Anforderungen an Sauberkeit und Funktion Regelmäßig und bei Bedarf
Risikoklasse 2 Mittel Verarbeitung empfindlicher, unverpackter Lebensmittel mit erhöhtem Hygienebedarf Arbeitskleidung mit erhöhten hygienischen Anforderungen zur Reduzierung von Kontaminationsrisiken Häufig, je nach Tätigkeit und Verschmutzung
Risikoklasse 3 Hoch Tätigkeiten in besonders sensiblen Bereichen, z. B. bei hochverderblichen oder kritischen unverpackten Lebensmitteln Besonders hygienegerechte Arbeitskleidung mit hohen Anforderungen an Konstruktion, Schutzwirkung und professionelle Wiederaufbereitung Sehr häufig nach strengen Hygienevorgaben

Risikoklasse 1

Niedrig

Typische Tätigkeiten / Produkte
Umgang mit verpackten Lebensmitteln oder Tätigkeiten in Randbereichen der Produktion
Bekleidungsanforderung
Hygienische Arbeitskleidung mit grundlegenden Anforderungen an Sauberkeit und Funktion
Wechselhäufigkeit
Regelmäßig und bei Bedarf

Risikoklasse 2

Mittel

Typische Tätigkeiten / Produkte
Verarbeitung empfindlicher, unverpackter Lebensmittel mit erhöhtem Hygienebedarf
Bekleidungsanforderung
Arbeitskleidung mit erhöhten hygienischen Anforderungen zur Reduzierung von Kontaminationsrisiken
Wechselhäufigkeit
Häufig, je nach Tätigkeit und Verschmutzung

Risikoklasse 3

Hoch

Typische Tätigkeiten / Produkte
Tätigkeiten in besonders sensiblen Bereichen, z. B. bei hochverderblichen oder kritischen unverpackten Lebensmitteln
Bekleidungsanforderung
Besonders hygienegerechte Arbeitskleidung mit hohen Anforderungen an Konstruktion, Schutzwirkung und professionelle Wiederaufbereitung
Wechselhäufigkeit
Sehr häufig nach strengen Hygienevorgaben

Hinweis: Die konkrete Auswahl der Arbeitskleidung sollte immer auf Basis des individuellen Hygienerisikos und der betrieblichen Prozesse erfolgen.


Häufige Fragen zur DIN 10524 für Arbeitskleidung in Lebensmittelbetrieben

Was ist die DIN 10524?

Die DIN 10524 beschäftigt sich mit Arbeitsbekleidung in Lebensmittelbetrieben. Sie beschreibt Anforderungen an Auswahl, Konstruktion, Nutzung und Wiederaufbereitung von Arbeitskleidung mit dem Ziel, das Risiko einer nachteiligen Beeinflussung von Lebensmitteln durch Bekleidung zu reduzieren.

Ist die DIN 10524 gesetzlich vorgeschrieben?

Nein. Die DIN 10524 ist eine Norm und kein Gesetz. Sie kann Lebensmittelbetriebe dabei unterstützen, gesetzliche Hygieneanforderungen praktisch umzusetzen und Anforderungen an Arbeitskleidung im betrieblichen Hygienekonzept nachvollziehbar festzulegen.

Für welche Lebensmittelbetriebe ist die DIN 10524 relevant?

Die DIN 10524 ist für Betriebe relevant, in denen Arbeitskleidung einen Einfluss auf die Lebensmittelhygiene haben kann. Dazu zählen beispielsweise Lebensmittelproduktion, Verarbeitung, Verpackung, Großküchen, Kantinen, Bäckereien, Fleischverarbeitung oder andere hygienekritische Bereiche. Entscheidend ist immer das konkrete Hygienerisiko des jeweiligen Arbeitsplatzes.

Welche Risikoklassen unterscheidet die DIN 10524?

Die DIN 10524 unterscheidet drei Risikoklassen nach dem jeweiligen Hygienerisiko:

  • Risikoklasse 1: geringes Hygienerisiko,
  • Risikoklasse 2: hohes Hygienerisiko,
  • Risikoklasse 3: höchstes Hygienerisiko.

Je höher das Hygienerisiko, desto höher sind in der Regel die Anforderungen an Ausführung, Nutzung und Aufbereitung der Arbeitskleidung.

Wie finde ich die richtige Risikoklasse für meinen Betrieb?

Die Risikoklasse sollte anhand des konkreten Lebensmittels, der Verarbeitungsschritte, des Kontakts mit unverpackten Lebensmitteln und des betrieblichen Hygienerisikos bestimmt werden. Eine pauschale Zuordnung allein nach Branche ist deshalb nicht sinnvoll. Die Einstufung sollte Teil der betrieblichen Hygiene- und Risikoanalyse sein.

Welche Anforderungen stellt DIN 10524 an Arbeitskleidung?

Die Anforderungen hängen vom jeweiligen Hygienerisiko ab. Relevant sind unter anderem Konstruktion, Material, Passform, Verschlüsse, Taschen, Nutzung sowie Reinigung und Wiederaufbereitung der Bekleidung. Ziel ist es, mögliche Kontaminationsrisiken durch Arbeitskleidung möglichst gering zu halten.

Was ist der Unterschied zwischen DIN 10524 und HACCP?

HACCP ist ein betriebliches System zur Analyse, Bewertung und Kontrolle möglicher Gefahren bei der Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln. Die DIN 10524 konzentriert sich dagegen speziell auf Arbeitsbekleidung in Lebensmittelbetrieben. Anforderungen an Arbeitskleidung können deshalb ein Bestandteil des betrieblichen HACCP- und Hygienekonzepts sein.

Muss Arbeitskleidung nach DIN 10524 professionell gewaschen werden?

Entscheidend ist, dass die Arbeitskleidung so aufbereitet wird, dass der für den jeweiligen Einsatzbereich erforderliche Hygienestandard zuverlässig erreicht wird. Besonders bei höheren Risikoklassen kann eine kontrollierte und reproduzierbare professionelle Wiederaufbereitung sinnvoll beziehungsweise betrieblich erforderlich sein. Maßgeblich sind das Hygienekonzept und die Anforderungen des konkreten Betriebs.

Warum ist die Wiederaufbereitung der Arbeitskleidung so wichtig?

Arbeitskleidung kann ihre hygienische Funktion nur erfüllen, wenn sie sachgerecht gereinigt, getrocknet und bei Bedarf aufbereitet wird. Ein definierter Wiederaufbereitungsprozess hilft dabei, einen gleichbleibenden Hygienestandard zu gewährleisten und Verschmutzungen oder Kontaminationen nicht in hygienekritische Bereiche einzutragen.

Was ist der Unterschied zwischen DIN 10524 und ISO 15797?

Die beiden Normen behandeln unterschiedliche Themen. DIN 10524 befasst sich mit hygienegerechter Arbeitsbekleidung für Lebensmittelbetriebe. ISO 15797 beschreibt Prüfverfahren für Berufsbekleidung im Zusammenhang mit industriellen Wasch- und Finishverfahren. Eine Prüfung nach ISO 15797 ersetzt daher nicht die Anforderungen der DIN 10524.

Warum ist ISO 15797 bei HACCP-Kleidung relevant?

Wenn Arbeitskleidung professionell aufbereitet wird, ist es wichtig zu wissen, ob das Kleidungsstück für industrielle Wasch- und Trocknungsverfahren geeignet ist. Die ISO 15797 beschreibt dafür entsprechende Prüfverfahren. Ob ein konkretes Kleidungsstück für Industriewäsche geeignet ist, sollte immer anhand der jeweiligen Produktangaben geprüft werden.

Entspricht BP® HACCP-Kleidung der DIN 10524?

BP® bietet Arbeitskleidung für Lebensmittelbetriebe und unterschiedliche Hygienerisiken an. Welche Risikoklasse und welche Anforderungen der DIN 10524 ein konkretes Kleidungsstück abdeckt, sollte anhand der jeweiligen Produktinformation geprüft werden. Für die Auswahl ist immer der konkrete Einsatzbereich im Betrieb maßgeblich.

Ist DIN 10524 eine PSA-Norm?

Nein. Die DIN 10524 ist in erster Linie eine Hygienenorm für Arbeitsbekleidung in Lebensmittelbetrieben. Sie beschäftigt sich mit der Vermeidung einer nachteiligen Beeinflussung von Lebensmitteln durch Bekleidung. Sie ist keine klassische PSA-Norm zum Schutz von Beschäftigten vor arbeitsbedingten Gefahren.

Hinweis: Die Inhalte dieser Seite stellen eine vereinfachte Zusammenfassung ausgewählter Anforderungen der DIN 10524 dar und ersetzen nicht die vollständige Norm oder die betriebliche Hygienebeurteilung. Maßgeblich sind die jeweils gültige Normfassung sowie die konkreten betrieblichen Prozesse und Hygieneanforderungen.

Autor dieses Fachbeitrags

Mark Mauderer

Contentmanager bei Bierbaum-Proenen (BP) mit Schwerpunkt Berufsbekleidung, Schutzkleidung und branchenspezifische Anforderungen

Mark Mauderer erstellt bei Bierbaum-Proenen (BP) Fachinhalte rund um Arbeitskleidung, Schutzkleidung und hygienerelevante Bekleidungslösungen für unterschiedliche Branchen.

In diesem Beitrag erläutert er Anforderungen der DIN 10524 an Arbeitskleidung in Lebensmittelbetrieben – von Risikoklassen und Auswahl über den Einsatz bis zur professionellen Wiederaufbereitung.

Dabei greift er auf die langjährige Expertise von BP in der Entwicklung von Arbeits- und HACCP-Kleidung zurück.

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