FAQ: Gefährdungsbeurteilung bei der PSA-Auswahl
Warum ist eine Gefährdungsbeurteilung vor der PSA-Auswahl Pflicht?
Weil die Gefährdungsbeurteilung das erforderliche Schutzniveau festlegt: Erst wenn klar ist, welche Gefahren auftreten und welche
Schutzwirkung nötig ist, kann passende PSA/Schutzkleidung ausgewählt werden.
Welche 4 Fragen („4 Ws“) sollte ich vorab klären?
- Wer soll geschützt werden?
- Wovor soll geschützt werden?
- Was muss geschützt werden (z. B. Rumpf, Kopf, Hände)?
- Wann soll geschützt werden (z. B. bei allen anfallenden Arbeiten)?
Welche Schritte umfasst die Risikobeurteilung typischerweise?
- Gefährdungsbeurteilung vorbereiten
- Gefährdungen ermitteln
- Gefährdungen beurteilen
- Konkrete Arbeitsschutzmaßnahmen festlegen
- Maßnahmen durchführen
- Durchführung & Wirksamkeit überprüfen
- Gefährdungsbeurteilung fortschreiben
Was bedeutet das TOP-Prinzip bei der Auswahl von Schutzmaßnahmen?
TOP steht für Technisch, Organisatorisch, Personenbezogen:
Gefahren zuerst an der Quelle technisch minimieren, dann organisatorisch absichern – und erst ergänzend PSA einsetzen.
Wie helfen PSA-Risikokategorien bei der richtigen Auswahl?
PSA wird je nach Risiko in Kategorien eingeteilt:
Kategorie I (minimale Gefahren, z. B. Wetterschutz),
Kategorie II (mittlere Risiken, z. B. Warnschutz),
Kategorie III (tödliche Gefahren/irreversible Schäden, z. B. Hitze-, Störlichtbogen- oder Chemikalienschutz).
Die Einstufung beeinflusst u. a. Prüf- und Überwachungsanforderungen.
Was gehört zur Dokumentation – und wann muss ich aktualisieren?
Dokumentiere nachvollziehbar: Tätigkeit/Arbeitsbereich, ermittelte Gefährdungen, Bewertung, Maßnahmen (nach TOP), Auswahl der PSA
sowie Prüfen der Wirksamkeit. Aktualisiere („fortschreiben“) bei Änderungen von Verfahren, Stoffen, Maschinen, Einsatzbedingungen
oder nach relevanten Ereignissen.
Waschbarkeit & Praxistest: Worauf kommt es bei PSA/Schutzkleidung an?
Neben dem Schutzniveau ist ein praxisorientierter Wasch- und Tragetest wichtig: Prüfe, ob Passform, Komfort,
Schutzwirkung und Kennzeichnung auch nach wiederholter Reinigung/Belastung stabil bleiben. Entscheidend sind stets die
Pflegekennzeichnung und – je nach Einsatz – geeignete, standardisierte Wasch- und Instandhaltungsprozesse.