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  • Bierbaum Proenen

    Ein Familienunternehmen
    in siebter Generation

1788 bis 1831

Gründung und Herausforderungen der ersten Jahrzehnte

1788 eröffnet Johann Baptist Bierbaum in der Kölner Mühlengasse einen Leinenhandel, der den Grundstein für das heutige Unternehmen Bierbaum-Proenen legt.
Köln hat damals ca. 30.000 Einwohner und bietet aufgrund der strikten Zunftpolitik kaum Freiräume für den jungen Unternehmer. Johann Baptist Bierbaum, im Jahr der Gründung 29 Jahre alt und Schreinergeselle, ist nicht bereit, den engen Rahmen, den seine Zunft ihm steckt, zu akzeptieren. 

Er überwindet alle Hindernisse, die ihm zur Gründung eines Unternehmens im Wege stehen, und erlangt durch seine Beharrlichkeit schließlich am 27. August 1793 die große Bürgerschaft der Reichsstadt Köln, die für ihn als Kaufmann von großer Bedeutung ist, denn sie berechtigt ihn, neben Leinen auch gewalkte Wollstoffe und Seide zu verkaufen.

Die Steuerung des jungen Unternehmens durch die Wirren der napoleonischen Kriege, die wirtschaftliche Abschnürung des Rheinlandes sowie die Kontinentalsperre fordern ihm viel Geschick und Flexibilität ab. So nimmt Johann Baptist Bierbaum vorübergehend auch Wein mit in das Liefersortiment auf, um Ausfälle im Leinenhandel zu kompensieren. Ab 1815 entwickelt sich das Unternehmen sprunghaft. Die hohe Güte der Waren wird zum Erfolgsgarant für das junge, aufstrebende Unternehmen.

1832 bis 1873

Fusion und Entstehung des Markennamens BP

1832 übergibt Johann Baptist Bierbaum das Unternehmen an seinen Schwiegersohn Franz Arnold Proenen, der sich vom kleinen Gesellen zum Baumwollhändler mit eigener Färberei und Druckerei hochgearbeitet hat. Mit der Vereinigung beider Unternehmen verschmelzen auch die beiden Familiennamen. Die Firma nennt sich nun Bierbaum-Proenen. Aus dieser langen Unternehmensbezeichnung entwickelt sich der Markenname BP, der sich als einprägsames Gütezeichen für die hohe Qualität der Produkte durchsetzt.

Die bisher nur als Handelshaus geführte Firma wird nun umstrukturiert und baulich erweitert, so dass zusätzlich zum reinen Warenhandel auch selbst Gewebe aus Leinen und Baumwolle hergestellt werden können. Das Unternehmen beschäftigt hierzu mehrere hundert Handweber. Daneben entstehen die Produktionsbereiche Färberei und Druckerei, in denen BP die Gewebe nun auch selbst färben und bedrucken kann.

Die Firma expandiert und durch den Kauf eines Nebengebäudes kann das Geschäftshaus in der Kölner Mühlengasse erweitert werden.

1874 bis 1901

Jahre als Großhändler

1874 übergibt Franz Arnold Proenen das gut gehende Unternehmen an seinen jüngsten Sohn, Chrysanth Josef Proenen, sowie seinen Schwiegersohn, Johann Baptist Schmitz. Das Unternehmen entwickelt sich mehr und mehr zum Großhandel. 1889 werden die alten Firmengebäude an gleicher Stelle durch einen zweckmäßigeren Neubau ersetzt.

1902 bis 1929

Massenproduktion und Markenpolitik

1902 wird die bisher nur in bescheidenem Umfang durchgeführte Herstellung von Wäsche und praktischer Alltagsbekleidung erweitert. Dieser Schritt markiert den entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte des Unternehmens, denn von nun an wandelt sich das Unternehmen allmählich von einem Großhandel zu einer Produktionsfirma mit Serienfertigung von Wäsche und Arbeitskleidung.

1904/1905 beginnen die Arbeiten für die Errichtung des Firmenneubaus in der Kölner Domstraße. Endlich gibt es ausreichend Platz für die industrielle Produktion eines wachsenden Sortiments an Arbeitskleidungsartikeln.

Im April 1914 reist Franz Proenen, der Vertreter der vierten Inhaber-Generation, in die USA und besichtigt dort u. a. die Ford-Werke in Detroit. Die Fließbandproduktion beeindruckt ihn über alle Maßen, vor allem „wie russische Arbeitskräfte innerhalb von sechs Stunden erfolgreich in den Arbeitsprozess eingereiht wurden“, wie er in seinen Lebenserinnerungen schreibt. Und so steht sein Entschluss schnell fest: BP Arbeitskleidung soll am Fließband gefertigt werden.

Allerdings wirft der Erste Weltkrieg das aufstrebende Unternehmen zeitlich zurück und mit der Einführung der Fließbandarbeit kann erst 1929 begonnen werden. Voraussetzung hierfür ist die Straffung des gesamten Sortiments, d. h. Konzentration auf möglichst wenige Artikel, die in großen Stückzahlen und hoher Qualität durch angelernte Arbeitskräfte gefertigt werden. Die Fließbandfertigung wirkt sich doppelt positiv aus: Die Kosten sinken und die Produktqualität kann gesteigert werden.

1930 bis 1952

Weltwirtschaftskrise, Nationalsozialismus und Wiederaufbau

Die von Weltwirtschaftskrise, Nationalsozialismus und Wiederaufbau geprägten Jahre erstrecken sich etwa über ein Zehntel der Unternehmensgeschichte. Es ist eine Zeit voller historischer Umbrüche und Schwankungen: Durch einen Innovationsschub in der Weltwirtschaftskrise kann das Unternehmen bis 1938 außerordentlich stark expandieren und beschäftigt in Spitzenzeiten über 1.000 Mitarbeiter, dann folgt der tiefe Absturz und die fast vollständige Zerstörung des Unternehmens im Zweiten Weltkrieg mit Jahren der Ungewissheit und einem mühsamen Neubeginn.

Vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse dieser Epoche stellt sich die Frage, in welchem Maße sich Unternehmensleitung und Firma in das System des Nationalsozialismus verstrickt haben. Für die heutige Geschäftsführung, die das Familienunternehmen Bierbaum-Proenen in der siebten Generation führt, ist es ein wichtiges Anliegen, zur Beantwortung dieser Frage beizutragen.

Deshalb hat sie den Historiker Dr. Helmut Vogt beauftragt, diesen Zeitraum der Unternehmensgeschichte wissenschaftlich aufzuarbeiten. Entstanden ist hieraus die Publikation „Bierbaum-Proenen 1929 – 1952. Ein Titel_BuchFamilienunternehmen während Weltwirtschaftskrise, Nationalsozialismus und Wiederaufbau“, die im Kölner J.P. Bachem Verlag erschienen und im Buchhandel erhältlich ist (ISBN 978-3-7616-2606-1). Eine Zusammenfassung des Buchs ist hier als PDF abrufbar.

Die Bierbaum-Proenen GmbH & Co. KG hat das Buch finanziert, auf den Inhalt haben aber weder das Unternehmen noch die Inhaber Einfluss genommen.

1953 bis 1970

Modische Arbeitskleidung und neue Fertigungstechniken

In den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts knüpft das Unternehmen an seine Innovationstradition aus den Zwischenkriegsjahren an. Das aufkommende neue Modebewusstsein und die eleganten Modemessen in Paris inspirieren BP, Damen-Arbeitskleidung für den medizinischen Bereich mit aktuellen modischen Elementen zu versehen – eine absolute Sensation! Der Erfolg ist so bahnbrechend, dass in immer kürzeren Abständen neue modische Zwischenkollektionen entstehen. BP Medizin wird zum Synonym für modische Bekleidung im Beruf.

Gleichzeitig werden die Fertigungstechniken weiter verfeinert, wodurch zusätzliche Effizienzgewinne möglich werden. Die Einführung ausgefeilter Qualitätsmanagementsysteme und die Erarbeitung moderner Passformklassen unterstreichen den hohen Qualitätsanspruch der BP-Produkte.

1971 bis 1999

Internationalisierung der Beschaffung und neue CI-Arbeitskleidungskonzepte

Die Mode und das Lebensgefühl der siebziger Jahre spiegelt sich auch in den BP Kollektionen wieder. Die Vermarktung wird deutlich jünger und zeigt Sex-Appeal.

Vor dem Hintergrund einer fortschreitenden Internationalisierung beginnt BP, Arbeitskleidung in Osteuropa und Fernost herzustellen. Die Massenproduktion wird schrittweise ins Ausland verlagert, kann aber aufgrund der hohen Produktionseffizienz noch bis in die neunziger Jahre hinein in Deutschland erfolgen. BP kooperiert mit ausländischen Produktionspartnern, baut aber auch einen Eigenbetrieb in Portugal auf. Später folgt dann ein Eigenbetrieb in Mateur, Tunesien, der seit 1997 einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung des produktionstechnischen Know-hows leistet.

Ende der achtziger Jahre beginnen viele Firmen, die Bedeutung eines in sich geschlossenen und stimmigen Unternehmensauftritts (Corporate Identity) für sich zu entdecken. Dies bedeutet auch für Bierbaum-Proenen neue Möglichkeiten: Das Unternehmen bietet nun breite, tiefe und qualitativ anspruchsvolle CI-Kollektionen ab Lager an. Oberstes Ziel ist hierbei stets der Komfort des Trägers. Deshalb setzt BP vor allem auf die Produktion verstärkter Baumwollgewebe mit 60% Baumwoll- und 40% Polyesteranteil.

Ende der neunziger Jahre wird die Logistik an einen externen Dienstleister vergeben, da der seit 1905 genutzte Standort in der Kölner Innenstadt für eine anspruchsvolle logistische Abwicklung zu eng geworden ist.

2000 bis 2015

Neue Produktfelder, 225 Jahre BP und Nachhaltigkeit

Ab 2000 nimmt die Bedeutung von Design weiter zu. Im Workwear-Bereich findet besonders kerniges, robustes Canvas-Gewebe Anklang. Zunehmend werden Streetwear-Elemente in die Workwear-Kollektionen integriert und BP bringt in kurzer Abfolge verschiedene Workfashion-Kollektionen auf den Markt, die genau diese Trends aufgreifen.

2010 wendet sich BP mit dem Thema Persönliche Schutzausrüstung (PSA) einem neuen Geschäftsfeld zu. BP überzeugt dabei mit einem neuen Konzept: Sicherheit, Tragekomfort, Funktion, Waschbarkeit, Design und Lieferfähigkeit werden in gekonnter Ausgewogenheit zusammengeführt.

Seit 2010 ist BP als erstes deutsches Arbeitskleidungsunternehmen Mitglied der unabhängigen Multi-Stakeholder-Initiative Fair Wear Foundation. Ziel der Fair Wear Foundation ist die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die in der internationalen Bekleidungsindustrie arbeitenden Menschen. 2013 geht BP mit einem Webshop für Endverbraucher online. Das Ziel ist unter Einbeziehung der Handelspartner die bestmögliche Versorgung für den Träger von Berufskleidung zu bieten.

2015 wird BP Mitglied im „Bündnis für nachhaltige Textilien“. Diese Regierungsinitiative soll soziale ökologische und ökonomische Standards in der gesamten Produktions- und Handelskette der Bekleidungsindustrie sichern.

2016 bis heute

Ausbau der Nachhaltigkeit

Seit 2016 nimmt BP am Fairtrade-Baumwollprogramm teil. Dieses Programm ermöglicht es Kleinbauern, mehr Baumwolle zu Fairtrade-Bedingungen zu verkaufen. Dies bedeutet insbesondere, dass Baumwoll-Kleinbauern einen stabilen Mindestpreis erhalten, eine Fairtrade-Prämie in Gemeinschaftsprojekte investiert wird, Umweltstandards den Gebrauch von Pestiziden einschränken und die Nutzung von gentechnisch verändertem Saatgut verboten ist. 

Außerdem wurde BP bereits zum achten Mal mit dem Status „Fair Wear Leader“ ausgezeichnet. Die neue Workwear-Kollektion BPlus zeichnet sich durch eine schlanke Silhouette aus und bietet durch ihren Stretch-Anteil dennoch hohe Bewegungsfreiheit. BPlus wird mit Damen- und Herrenpassformen angeboten und fügt sich über ‚Mix and Match‘ perfekt in das BP Workwearsortiment ein. Das Farbkonzept sowie die vielen Ergänzungsartikel aus dem Shirt- und Outdoorbereich werden fortlaufend erweitert und weiterentwickelt.
Mehr zum Thema "Verantwortung bei BP" findest du hier.
BP feiert 2018 seinen 230. Geburtstag. In seiner langen Geschichte ist BP immer mit der Zeit gegangen und hat innovative Kleidung für die Bedürfnisse der Träger entwickelt, damit diese optimal für ihren Arbeitsalltag gerüstet sind. 

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