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Norm EN 17353

EN 17353 - Schutzkleidung für erhöhte Sichtbarkeit bei mittlerem Risiko

Norm für erhöhte Sichtbarkeit einfach erklärt

Aktualisiert im Oktober 2026

DIN EN 17353 auf einen Blick:
Die Norm gilt für Schutzkleidung zur erhöhten Sichtbarkeit in Situationen mit mittlerem Risiko. Sie legt Anforderungen an fluoreszierende und retroreflektierende Materialien, deren Mindestflächen und Anordnung fest.

Je nach Lichtverhältnissen unterscheidet die Norm zwischen Typ A für Tageslicht, Typ B für Dunkelheit und Typ AB für Tageslicht und Dunkelheit.

Für Situationen mit hohem Risiko, beispielsweise in vielen Bereichen des öffentlichen Straßenverkehrs, ist dagegen die EN ISO 20471 relevant.
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Mann in orangener Warnschutzkleidung gemäß EN 17353

Fragen und Antworten zur EN 17353*

Was ist die EN 17353?

Die EN 17353 ist eine europäische Norm für Schutzkleidung zur visuellen Signalisierung des Trägers/der Trägerin in Situationen mit mittlerem Risiko bei allen Tageslichtverhältnissen (Tagsichtbarkeit durch fluoreszierendes Hintergrundmaterial) und/oder beim Anstrahlen mit Fahrzeugscheinwerfern oder Suchscheinwerfern in der Dunkelheit (Nachtsichtbarkeit durch Reflexmaterial).

Arbeitskleidung nach EN 17353 ist für alle Arbeitsbereiche sinnvoll, in denen Kleidung mit signalgebenden Eigenschaften für mehr Sicherheit sorgen, ohne dass dort Warnschutzkleidung (EN ISO 20471) vorgeschrieben ist. Viele Unternehmen müssen die Anforderungen der Norm EN ISO 20471 nicht erfüllen, wünschen sich für ihre Mitarbeiter aber trotzdem Berufsbekleidung, die mit zusätzlichen Elementen für mehr Sichtbarkeit ausgestattet ist. 


Worin besteht der Unterschied zwischen den Normen EN 17353 und EN ISO 20471?

Beide Normen beschreiben Anforderungen an Schutzkleidung zur Sichtbarkeit. 

Die EN 17353 ist für aktive Verkehrsteilnehmer, d.h. für Personen auf der Straße, die am Straßenverkehr teilnehmen und die ihre Aufmerksamkeit auf den Straßenverkehr gerichtet haben (z.B. Radfahrer, Fußgänger). Sie legt Anforderungen an Schutzkleidung zur verbesserten Sichtbarkeit bei Tätigkeiten bei mittlerem Risiko fest. Sie findet Anwendung in Bereichen wie der Industrie, dem Energiesektor, dem Metallbau sowie im Sport- und Freizeitbereich. Ziel ist es, die Sichtbarkeit der Träger zu erhöhen – insbesondere bei schlechten Sichtbedingungen, jedoch ohne die Anforderungen der Hochsichtbarkeitsnorm zu erfüllen. Die Norm unterscheidet zwischen verschiedenen Typen von Bekleidung. 

 Die EN ISO 20471 ist für passive Verkehrsteilnehmer, d.h. Personen auf der Straße, die nicht am Fahrzeugverkehr teilnehmen und die ihre Aufmerksamkeit nicht auf den Straßenverkehr gerichtet haben. Sie gilt für Tätigkeiten in Hochrisikobereichen – beispielsweise auf Baustellen im Straßenverkehr –, wo Beschäftigte ständig von Fahrzeugen oder Maschinen gefährdet sind. Sie stellt deutlich höhere Anforderungen an die Sichtbarkeit und definiert Warnschutzklassen basierend auf der Fläche der verwendeten Materialien und deren Anordnung.

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Ein Mann und eine Frau in  Schutzkleidung gemäß EN 17353 in einer alten Fertigungshalle.

Was ist der Unterschied zwischen EN 17353 Typ A und EN 17353 Typ B?

Die EN 17353 Typ A gilt für Situationen mit mittlerem Risiko bei allen Tageslichtverhältnissen. Die Tagsichtbarkeit wird durch fluoreszierendes Hintergrundmaterial sichergestellt. Alle BP® Kleidungsstücke für erhöhte Sichtbarkeit entsprechen Typ A.

Die EN 17353 Typ B gilt für Situationen mit mittlerem Risiko bei Dunkelheit, z.B. beim Anstrahlen mit Fahrzeugscheinwerfern oder Suchscheinwerfern. Die Nachtsichtbarkeit wird durch retroflektierendes Material auf allen Gliedmaßen gewährleistet, das rundum sichtbar sein muss. Die Reflexstreifen müssen dabei mindestens 20 mm breit sein. BP® bietet eine normgerechte Veredelung (Anbringung dr Reflexstreifen) der BP® Kleidungstücke für erhöhte Sichtbarket an.


*Da es sich hier um verkürzte Zusammenfassungen verbindlicher Normen aus dem Arbeitsschutz handelt, hat dieser Beitrag nicht den Anspruch die in den Normen definierten Anforderungen vollständig wiederzugeben. Obwohl dieser Beitrag regelmäßig von unseren Expertinnen und Experten überarbeitet wird, übernehmen wir keine Gewähr für die Aktualität und Richtigkeit der Informationen.

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Ausstattungstypen für erhöhte Sichtbarkeit

EN 17353 Typ A Logo

Typ A für Tageslicht

EN 17353 Typ B Logo

Typ B1, B2 oder B3 für Dunkelheit

EN 17353 Typ AB Logo

Typ AB2 oder AB3 für Tageslicht oder Dunkelheit

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EN ISO 20471 und EN 17353 im Vergleich

Welche Anforderungen an die Sichtbarkeit gelten, hängt unter anderem von der Risikosituation, den Lichtverhältnissen und der Art der Verkehrsteilnahme ab. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Unterschiede zwischen EN ISO 20471 und DIN EN 17353:2025-12 (EN 17353:2020+A1:2025).

Norm Risikostufe Verkehrssituation / Lichtverhältnisse Anforderungen an die Sichtbarkeit Klasse / Typ Material in m²
Hintergrund- /
fluoreszierendes Material
Retroreflektierendes
Material
EN ISO 20471 Hohes Risiko Verkehrsgeschwindigkeit > 60 km/h;
Verkehrsteilnehmer passiv
Hohe Sichtbarkeit bei Tag und Nacht

Fluoreszierendes Hintergrundmaterial erhöht die Sichtbarkeit bei Tageslicht und in der Dämmerung.

Retroreflektierendes Material erhöht die Sichtbarkeit bei Dunkelheit und bei Anstrahlung, beispielsweise durch Fahrzeugscheinwerfer.
Klasse 3 0,80 0,20
Verkehrsgeschwindigkeit ≤ 60 km/h;
Verkehrsteilnehmer passiv
Klasse 2 0,50 0,13
Verkehrsgeschwindigkeit ≤ 30 km/h;
Verkehrsteilnehmer passiv
Klasse 1 0,14 0,10
DIN EN 17353:2025-12
EN 17353:2020+A1:2025
Mittleres Risiko

Erhöhte Sichtbarkeit in Situationen, in denen keine Hochsichtbarkeitskleidung nach EN ISO 20471 erforderlich ist.
Tageslicht
Risiko des Übersehens bei Tag.
Erhöhte Sichtbarkeit bei Tag
Fluoreszierendes Material verbessert die Erkennbarkeit der tragenden Person bei Tageslicht.
Typ A 0,24* –
Dunkelheit
Risiko des Übersehens bei Dunkelheit; Bewegungen sollen frühzeitig erkannt werden.
Bewegungserkennung
Retroreflektierendes Material wird an den Gliedmaßen angeordnet. Durch die Bewegung von Armen und/oder Beinen wird die menschliche Bewegung besser erkennbar.
Typ B2 – 0,018
Dunkelheit
Risiko des Übersehens bei Dunkelheit; die menschliche Form soll besser erkennbar sein.
Formerkennung bzw. Form- und Bewegungserkennung
Retroreflektierendes Material wird am Torso oder am Torso und an den Gliedmaßen angeordnet.
Typ B3 – 0,08*
Tag, Dämmerung und Dunkelheit
Sichtbarkeit sowohl bei Tageslicht als auch bei Dunkelheit erforderlich.
Erhöhte Sichtbarkeit bei Tag und Dunkelheit
Fluoreszierendes Material verbessert die Erkennbarkeit bei Tageslicht.

Retroreflektierendes Material an den Gliedmaßen unterstützt bei Dunkelheit die Bewegungserkennung.
Typ AB2 0,24* 0,018
Tag, Dämmerung und Dunkelheit
Sichtbarkeit sowohl bei Tageslicht als auch bei Dunkelheit erforderlich.
Erhöhte Sichtbarkeit bei Tag und Dunkelheit
Fluoreszierendes Material verbessert die Erkennbarkeit bei Tageslicht.

Retroreflektierendes Material am Torso oder am Torso und an den Gliedmaßen unterstützt die Form- bzw. Form- und Bewegungserkennung.
Typ AB3 0,24* 0,08*

* Mindestflächen nach EN 17353: Die angegebenen Werte von 0,24 m² für fluoreszierendes Material und 0,08 m² für retroreflektierendes Material gelten für Personen mit einer Körpergröße von über 140 cm. Bei einer Körpergröße bis 140 cm gelten reduzierte Mindestflächen: 0,14 m² fluoreszierendes Material für die Typen A, AB2 und AB3 sowie 0,06 m² retroreflektierendes Material für die Typen B3 und AB3. Für Typ B2 und Typ AB2 beträgt die Mindestfläche des retroreflektierenden Materials 0,018 m².

Wichtig: Welche Schutzkleidung erforderlich ist, muss anhand der konkreten Gefährdungsbeurteilung festgelegt werden. EN 17353 beschreibt Ausrüstung zur erhöhten Sichtbarkeit für Situationen mit mittlerem Risiko. Für Situationen mit hohem Risiko ist Warnschutzkleidung nach EN ISO 20471 vorgesehen.
Vergleich zwischen EN 17353 und EN ISO 20471
Zwei Männer und eine Frau in Arbeitskleidung auf einer alten Industrieanlage.

Welche Einsatzgebiete gibt es für Schutzkleidung nach EN 17353? 

Es lässt sich ein Trend beobachten, bei dem Schutz- und Berufsbekleidung verstärkt mit zusätzlichen Sichtbarkeitselementen ausgestattet wird, ohne die vollständigen Anforderungen der EN ISO 20471 zu erfüllen. Einsatz findet die Bekleidung bei mittleren Risikosituationen. Reflexstreifen auf Ärmeln und Beinen (Gliedmaßen) entsprechen dem Typ B2, wobei ein zusätzlicher Reflexstreifen auf dem Torso dem Typ B3 entspricht.

Ein Beispiel hierfür sind Reflexstreifen auf den Gliedmaßen von Med & Care Bekleidung, damit Mitarbeiter*innen der mobilen Pflegedienste beim Überqueren der Straße bei Nacht besser sichtbar sind. Auch in der Logistik oder in Produktionsunternehmen unterstützen Reflexstreifen auf der Bekleidung die Mitarbeiter*innen, ihre Tätigkeit auch bei Dämmerung und Dunkelheit oder schlechten Sichtverhältnissen sicher auszuüben. 

Wir bieten deshalb auch eine nachträgliche Reflexstreifenveredelung nach EN 17353 (Typ B2) für ausgewählte Kollektionen an. Beispiele für Reflexstreifenveredelung bei Arbeitshosen und Arbeitsjacken siehst du auf dem Bild links. Alle wichtigen Infos zur Norm inkl. Veredelungshinweisen findest du in unserem PDF-Flyer "EN 17353".

Wenn aber das Risiko, nicht gesehen zu werden, bei Tag besteht, wird fluoreszierende Schutzkleidung nach EN 17353, Typ A, eingesetzt. Diese Bekleidung kann in Abfall- und Entsorgungsbetrieben Anwendung finden, wie beispielsweise Shirts in Warnschutzfarbe, die zur erhöhten Sichtbarkeit bei Tag dienen. 

Shirts können entweder ein Bekleidungssystem nach EN ISO 20471 unterstützen oder in mittleren Risikosituationen einzeln getragen werden. Finde hier unsere Auswahl an Shirts nach EN 17353 (Typ A). 

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Ein Mann und eine Frau in  Schutzkleidung gemäß EN 17353 in einer alten Fertigungshalle.

Wie unterscheiden sich Kleidungsstücke der EN 17353 Typ AB und der EN ISO 20471 Klasse 1? 

Bekleidung nach Typ AB muss über eine höhere Fläche an fluoreszierendem Hintergrundmaterial verfügen, wobei die Klasse 1 mehr retroreflektierende Fläche fordert. Kleidung nach EN 17353 ist hauptsächlich für Tätigkeiten konzipiert, die eine aktive Teilnahme am Straßenverkehr mit sich bringen, während Kleidung nach EN ISO 20471 getragen wird, wenn der Träger einer Tätigkeit nahe des Straßenverkehrs nachgeht, bei der das hohe Risiko besteht, übersehen zu werden und bei der er durch visuelle Signalisierung vor dem Straßenverkehr geschützt werden soll.

Auch hier gilt: Die Auswahl der passenden Bekleidung kommt auf den Einsatzbereich an und wird im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung ermittelt. 

Generell ermöglicht die EN 17353 mehr Designfreiheiten, was die Anordnung der Hintergrundflächen, die Breite der Reflexstreifen und die Palette der fluoreszierenden Hintergrundfarben betrifft. 

Wenn du mehr über verschiedene Reflexstreifentechnologien oder die Materialien zur Kontrasterhöhung erfahren möchtest, lies unseren Beitrag zur EN ISO 20471.

Mehr über die neuen EN17353-Produkte erfährst du auch in unserer Pressemitteilung "EN 17353 - Mehr Sichtbarkeit in allen Arbeitsbereichen".

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Pauline, Produktmanagerin bei BP, beim Kleidungsdesign.

EN 17353 in der Praxis: Unsere Expertin antwortet

Die EN 17353 gewinnt in immer mehr Berufsfeldern an Bedeutung. Pauline Schönborn, Produktmanagerin und PSA-Expertin bei BP®, berichtet aus der Beratungspraxis: Wie reagieren Unternehmen auf die Norm, und wo wächst der Bedarf an Schutzkleidung mit erhöhter Sichtbarkeit?

Wie reagieren Unternehmen auf Schutzkleidung nach EN 17353?

Obwohl die Norm bereits seit 2020 existiert, ist sie vielen Kundinnen und Kunden noch nicht vertraut. Deshalb spielen Beratung und Schulungen bei BP® eine wichtige Rolle. Reflexstreifen und signalgebende Elemente sind in der Berufsbekleidung zwar bekannt. Neu für viele Unternehmen ist jedoch der systematische, normbasierte Ansatz: Berufsbekleidung kann damit zur persönlichen Schutzausrüstung (PSA) werden.

Welche Entwicklungen beobachtest du bei der Nachfrage?

Die Nachfrage nach Lösungen für mehr Sicherheit wächst über verschiedene Berufsbereiche hinweg. Auch aus Bereichen wie der Lebensmittelindustrie (Industrial Food), in denen Sichtbarkeit bisher weniger im Fokus stand, erreichen uns zunehmend Anfragen. Deshalb bietet BP® Lösungen nach EN 17353 für unterschiedliche Produktbereiche an – von klassischer Workwear über Industrial Food und Med & Care bis hin zur Multinorm-Schutzkleidung.

Über die Expertin und Autorin

Pauline Schönborn

Produktmanagerin bei Bierbaum-Proenen (BP®) und PSA-Expertin

Pauline Schönborn beschäftigt sich bei BP® mit Schutzkleidung und praxisgerechten Lösungen für unterschiedliche Anforderungen an Sichtbarkeit und Sicherheit. Ihr Fachwissen aus der Produktentwicklung und dem Austausch mit Kunden fließt in die Entwicklung von Schutzkleidung nach EN 17353 ein.

Grundlage des Interviews: BP® Collection Book 2026/2027, Seiten 18–19. Redaktionell gekürzt und bearbeitet.

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EN 17353
Erhöhte Sichtbarkeit
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BP® Hi-Vis Shirts in Warnorange gemäß EN 17353 Typ A

Die Oberteile lassen sich sehr gut mit unseren Warnschutzhosen und Warnschutz-Latzhosen kombinieren.

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BP® Hi-Vis Shirts in Warngelb gemäß EN 17353 Typ A

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